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Yogaübung: Vrikshasana – die perfekte Übung für inneres Gleichgewicht

++ Dies ist ein Gastbeitrag von Nadja Széplábi ++

Vrikshasana (auch Vriksasana, Vriksasan, Vrikshasan, Vriksha Asana und Vriksa Asana geschrieben) ist die Baumübung im Yoga und eine super Asana für mehr inneres Gleichgewicht. Heute gebe ich dir einen Einblick in meine persönliche Yogapraxis und berichte dir, welche wunderbare Wirkung der Baum auf mein inneres Erleben hat.

Vrikshasana – der Baum

Jeden Morgen stehe ich in meinem Wohnzimmer, auf einem Bein, das andere Bein angewinkelt. Das mache ich erst wieder seit drei Wochen, seit ich mich entschlossen habe, meine 20 Jahre zurück liegende Yogaleidenschaft wieder aufleben zu lassen. Und tatsächlich kam mit den ersten Übungen auch die Freude an der Konzentration, den Körper zu spüren und sich in den Übungen zu justieren, zurück.

Das Schöne bei der Wiederentdeckung ist: ich bin ganz frei und kann mir meine Lieblingsübungen aussuchen. Mich und meinen Körper wahrnehmen. Eintauchen in meinen Atem und einfach schauen, das etwas oder nichts passiert und dann mit dem gehen, was passiert.

Ich bin der Baum

Ich stehe auf einem Bein, das andere angewinkelt, als Baum, und nehme es dieses Mal wörtlich. Ich lasse Wurzeln bis tief in die Erde wachsen. Mit den Wurzeln in der Erde, werde ich auch gewahr, dass es einen Stamm gibt, in diesem Fall sind es meine Beine, die mit der Erde verbunden sind. Ich merke wie ich mich selbst und meinen Körper anders positioniere, von einer nach vorne gebeugten Haltung, in eine mehr in mir ruhende Position rutsche und meine Atmung sich entspannt. Dann fühle ich meine nach oben gestreckten Arme, die Krone des Baumes. Und wie sie als Teil das Baumes in die Höhe wachsen.

Das finde ich ganz wunderbar, habe ich doch vorher diese Übung niemals wörtlich genommen und wirklich als Baum dort gestanden.

Wir sind nicht alleine

Aber es kommt noch besser. Denn wie ich da so stehe als Baum, fühle ich die Verbindung zu meinen Schwestern und Brüdern, den Bäumen der Umgebung und auch meinem Zimmerpflanzenbaum. Ich fühle, wie ihre Essenz mich in meiner Übung unterstützt, wie ihre Energien ein Teil von meiner werden.

Meine Lebensenergie darf strömen

Bis ich irgendwann ganz als Baum dastehe und es keinen Unterschied mehr gibt zwischen ihnen und mir selbst. Und bis ich die Essenz ganz pur fühle, mit der Bäume im Leben stehen. Ich spüre wie das Leben durch mich hindurch pulsiert. Ich spüre wie ich als Baum bereit bin, alles Leben, dass ich bin an meine Umgebung zu verschenken. Nicht nur Sauerstoff, sondern meine Lebensenergie darf strömen. Und ich fühle wie es ist, an einem einzigen Platz meiner Umwelt diesen Dienst zu erweisen. Wie ich im Leben stehe, mich verschenke und das alles trotz oder gerade aufgrund meiner Verletzlichkeit, denn das Wesen Baum kann sich nicht wehren. Als Baum ist mir bewusst, dass ich jederzeit fallen kann. Beschließt ein Mensch mich zu fällen oder kommt ein großer Sturm, kann es mein Ende bedeuten. Mit diesem Wissen stehe ich im Leben, in meiner Kraft, in meiner Liebe und meiner Flexibilität und genieße mein Leben.

Und auch wenn ich als Baum alleine stehe, bin ich keineswegs alleine. Ich bin mit allem in meiner Umgebung verbunden. Mit der Erde, den anderen Pflanzen, dem was um mich herum passiert und in besonderer Weise auch mit den anderen Bäumen, die in meiner Nähe stehen.

Mir wird bewusst, dass es bei uns Menschen ganz genauso ist. Wir sind mit allem verbunden, auch wenn wir alleine stehen und manchmal das Gefühl haben, alleine auf unserem Weg zu sein.

An diesem Tag während der Baumübung rollen Tränen über mein Gesicht. Aus Liebe und Dankbarkeit. Und aus Demut, unseren Bäumen gegenüber, die uns soviel zeigen können.

Vielleicht hast du Lust, diese Übung auch einmal mit den Bäumen deiner Umgebung zu machen. Oder hast du schon ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich freue mich, wenn wir uns darüber in den Kommentaren austauschen.

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Bildcredit: Nadja Széplábi

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1 Comment

  • Reply
    Alexandra Maria
    3. September 2015 at 12:10

    Danke für diesen Beitrag, der mich als strengen ashtangi ermutigt, auch mal wieder die “basic asanas” wie den Baum in meine Praxis einzubauen. Ich freue mich schon auf morgen früh denn da werde ich zum Baum. Ich werde mich mit dem vor meinem Fenster verbinden.
    Obwohl ich in der Stadt, mitten in der Betriebsamkeit, wohne, steht vor jedem Fenster meiner Altbauwohnung ein großer Baum. Deshalb wollte ich diese Wohnung seinerzeit unbedingt beziehen. Die Bäume umgeben mich mit ihrem Schutz. Immer, wenn ich Sorgen habe oder mich allein fühle, setze ich mich ans Fenster und betrachte einen Baum. Und fühle mich weniger allein.
    Herzliche Grüße von
    Alexandra Maria

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