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Wie eine Reise zu meinem Lehrer wurde

Ich liebe mein Zuhause.

Da ich in den letzten Jahren sehr stressig gelebt habe, bin ich mittlerweile sehr froh in einer ruhigen Gegend mit viel Natur zu leben. Bevor die Ruhe in mein Leben einkehrte, hatte ich über einen längeren Zeitraum das Gefühl mich nicht mehr richtig erholen zu können. Mein Leben in Großstädten in zum Teil sehr frequentierten Bereichen mit unterschiedlichen Mitbewohnern und wenig Privatsphäre war ab einen gewissen Zeitpunkt einfach nicht mehr stimmig für mich.

Als ich dann Anfang des Jahres den Schritt wagte und mir eine eigene Wohnung im Ruhrgebiet suchte, spürte ich sehr deutlich, was für einen Einfluss meine neue ruhige, grüne Umgebung auf mein Innenleben hatte. Und wie ich dadurch in den letzten Monaten wieder mehr in meine Mitte kam. Obwohl ich in meinen Zwanzigern sehr viel und gerne verreist bin, hatte ich in dem letzten Jahr durch meine Überdosis Großstadt und eine Fernbeziehung, durch die ich sowieso immer regelmäßig im Flieger saß, wenig Lust auf weitere Reisen. Die Anstrengung und die Ungewissheit, ob ich mich an dem Ort auch ausreichend zurück ziehen kann, hinderte mich daran.

Auch meine Yogameisterin, die einmal im Jahr durch Europa tourt, habe ich so in den letzten zwei Jahren nur einmal sehen können. Da das Bedürfnis, dieses Jahr wieder mehr Zeit in ihrer Gegenwart zu verbringen, in den letzten Monaten immer stärker wurde, buchte ich vor 2 Monaten mein Zugticket nach München. Obwohl es für mich nichts besseres auf dieser Welt gibt, als in ihrer Nähe zu sein, stieg ein paar Tage vor der Abreise die Aufregung. Den ganze Tag unterwegs zu sein, an einem fremden Ort zu übernachten, wieder in der Großstadt zu sein, versetzte mich in unangenehme Gefühle.

Wie ich auf einem indischen Fliesenboden wieder in meine Mitte fand.

Als ich schon kurz davor war alles wieder abzublasen, erinnerte ich mich an eine ähnliche Situation in Indien. Damals stand mir eine 12-stündige Nachtzug- und eine 8-stündige Busfahrt bevor, um zum Ashram meiner Yogameisterin zu fahren. Ich fühlte mich aufgeregt, denn Reisen in Indien ist nicht wirklich erholsam und ich überlegte hin und her, ob ich nicht lieber zu einem Ort in meiner Nähe fahren sollte. Bis ich mich schließlich auf den kalten Fliesenboden legte und der Angst erlaubte, sich in meinem ganzen Körper zu verteilen. Ich beobachtete, wie die Angst sich dadurch nach und nach vollständig auflösen konnte. Dadurch konnte ich die Stimme meines Herzens wieder deutlich wahrnehmen und hörte sie sagen:

Ich bin weiter als meine Grenzen.

Einen festen Alltag zu haben, ist schön und gibt Sicherheit. Aber wenn wir unsere Herzenswünsche leben möchten, müssen wir ab und an auch raus aus unserer Komfortzone. Manchmal kann uns eine Reise, bei der wir physisch die Grenzen unseres eigenen Bequemlichkeitsbereiches überqueren deutlich vor Augen führen, dass wir in Wirklichkeit viel weiter sind, als wir denken.

Ich bin sehr dankbar für meine Reise. Denn ich wurde mit Inspiration überhäuft, die ich sonst nicht bekommen hätte, wenn ich mich nicht getraut hätte, die Herausforderung anzunehmen.

Du bist weiter als deine Grenzen. 3 Tipps, wie du deine eigenen Grenzen erweitern kannst.
  1. Erfülle dir einen Herzenswunsch, von dem du denkst, dass er nicht möglich ist. Die Grenzen, die wir haben befinden sich nur in unserem Kopf. Es gibt einen Grund, warum dein Herz diese Sehnsucht verspürt. Der erste Schritt zu Vervollkommnung deines Wunsches ist, die bewusste Entscheidung den Wunsch zu realisieren. Mach dich frei von Selbstzweifeln und der Meinung anderer über dein Vorhaben und fange an in die Richtung deines Herzens zu gehen.
  2. Tue etwas, was du noch nie gemacht hast. Es ist wirklich förderlich ab und an den eigenen Tellerrand zu verlassen und etwas völlig neues auszuprobieren. Als ich vor Jahren eine Übungsleiterausbildung machte und an verschiedenen Blockseminaren teilnahm, bei denen wir die wildesten Sportarten ausprobierten, dachte ich permanent. “Das kann ich nicht!” Nachdem ich mich jedoch auf die Erfahrung einließ, spürte ich sehr schnell, wieviel Selbstvertrauen ich dadurch geschenkt bekam. Von dem Spaß mal ganz abgesehen. Etwas Neues auszuprobieren, erweitert unseren Horizont und macht uns flexibler. Also, go for it!
  3. Mach keine 24/7 Challenge draus! Es ist wunderbar über sich hinaus zu wachsen, aber unser Leben sollte zu keinem durchgehenden Wettbewerb werden, bei dem wir nur noch damit beschäftigt sind an unsere Grenzen zu gehen. Eine gesunde Mischung aus Herausforderung und Ruhepausen, in dem wir die Leichtigkeit des Seins genießen, halte ich persönlich für sinnvoll.

Ich wünsche dir noch einen wunderbaren Tag und freue mich, wenn du mir von deinen Herausforderungen berichtest. Wann hast du das letzten Mal gemerkt, dass du weiter als deine Grenzen bist?

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6 Comments

  • Reply
    Sandra Fo
    14. Oktober 2015 at 13:17

    Liebe Maria Ma, bestimmt nicht das letzte Mal, aber für mich ein sehr weitreichendes Mal war die Entscheidung 1999 mit 23 alleine nach Indien zu fahren. Jeder erklärte mich für verrückt. Das kannst du doch nicht. So ganz alleine. So weit in die Fremde. Schon allein aus Trotz beschloß ich zu fliegen. Und von dieser Reise zehre ich heute immer noch, obwohl noch 6 weitere folgten (die nächste ist Ende Februar und ich freue mich so sehr)
    Warum mir nichts aktuelleres einfällt?Nun,bestimmt gibt es viel und ich habe deinen Satz in mein Notizbüchlein eingetragen, um weiter drüber nachzudenken. Im Moment hat mich eine Krankheit und sieben Sack Selbstzweifel etwas aus der Bahn geworfen. Ich glaub, ich brauche einfach mal nen kalten Fliesenboden.
    Vielen Dank für deinen Denkanstoß und die vielen tollen Texte.
    Liebe Grüße
    Sandra

    • Reply
      Maria Ma
      14. Oktober 2015 at 13:59

      Liebe Sandra,

      danke für deinen Kommentar. Ich zehre auch immer noch von meiner ersten Indienreise. Komischerweise war ich 2010 überhaupt nicht aufgeregt, als ich in den Flieger Richtung Indien stieg. Dafür hatte ich letzte Woche vor einer Zugfahrt innerhalb von Deutschland richtig Muffensausen. In dieser Welt ist wirklich nichts beständig, unser Selbstvertrauen kann immer in Mitleidenschaft gezogen werden. Gerade Krankheitsphasen gehen ganz schön an unsere Substanz und bedeuten oft ein kompletter Neustart, zu dem auch Ängste gehören. Gib dir die Zeit, die du brauchst, um wieder vollständig zu genesen.

      Ich wünsche dir von Herzen Gute Besserung.
      Alles Liebe
      Maria Ma

  • Reply
    Alopa
    15. Oktober 2015 at 6:12

    Ich liebe es zu verreisen und jedes Mal würde ich die Reise kurz vorher am liebsten absagen. “Urlaub zu Hause wäre ja auch mal schön. Jetzt, wo ich so viel grüner wohne. Wer weiß, wie die Unterkunft ist, Wie werde ich mich mit meinen Mitreisenden verstehen. Warum verreise ich immer wieder allein” u.s.w. Ich packe nicht gerne meinen Koffer. Er wird immer zu voll. Ich habe jedes Mal “Angst” etwas Wichtiges zu vergessen. Und dann klingelt der Wecker, ich sitze in der Bahn oder warte auf meinen Flieger. Entspannung beginnt. Dann bin ich an meinem Urlaubsort und das erste Foto von mir sieht jedes Mal so aus, als wenn ich schon länger Urlaub hätte. Ja, jedes Mal verlasse ich meine Komfortzone, mit jeder Reise. In 4 Wochen fahre ich für ein langes Wochenende nach Hamburg und auch dieses Mal wird es ähnlich sein. Reisen machen mein Leben jedes Mal ein Stück WertVoller, Glücklicher. Ein neuer Ort, neue Menschen, Begegnungen, das Meer, die Berge, Zeit für mich, Zeit für Spontanität, Luftholen, den Alltag vergessen, mich neu entdecken. Ich liebe es zu verreisen. DANKE für deinen Artikel liebe Maria Ma, der mich auf eine kleine Reise geführt hat.
    Herzliche Grüße
    Alopa

    • Reply
      Maria Ma
      15. Oktober 2015 at 14:09

      Liebe Alopa,

      wie schön, dass es uns da ähnlich geht. 😉
      Ich wünsche dir eine schöne Zeit in Hamburg!

      Alles Liebe und bis bald hoffentlich
      Maria

  • Reply
    claudigoesvegan
    15. Oktober 2015 at 18:01

    Liebe Maria,

    melde dich sooooo gerne wenn du wieder mal in München bist <3

    Ich hab Anfang November eine "aufregende" Reise vor mir. Nach Berlin. Ich bin zwar nun das siebte Mal (!!!) dort, aber zum ersten Mal allein auf einem Konzert. Und war kurz davor es abzublasen, weil sich das alles auf einmal so komisch anfühlte.
    Und was passiert? Ich lese hiervon http://www.fuckluckygohappy.de/chakra-tuning-workshop-fuelle-deine-energiespeicher/ und habe mich angemeldet. Außerdem dann noch dein Artikel hier. Es ist manchmal echt unheimlich.

    Jetzt freu ich mich jedenfalls auf meine zwei Nächte "allein", die lange Zugfahrt mit tollen Büchern (ich lese gerade die Wolfsfrau, "Autobiographie eines Yogi" und dann ab morgen noch "Light is the new black"!) und die vielen wundertollen Menschen die ich treffen werde.
    Und auf "meine" Band die ich seit Jahren anhimmle und allein bestimmt sehr intensiv erleben werde.

    Alles Liebe,
    Claudi

    • Reply
      Maria Ma
      17. Oktober 2015 at 21:12

      Hallo liebste Claudi,

      ich meld mich gerne, wenn ich wieder am Start bin. Spätestens auf jeden Fall wieder nächstes Jahr um diese Zeit, wenn meine Yogameisterin da ist.
      Die Autobiographie eines Yogis ist eins meiner absoluten Lieblingsbücher. Es ist wirklich mindblowing in the best possible way. Hab auch hier schon mal darüber gebloggt: https://www.ganzherzig.de/allgemein/die-autobiographie-eines-yogi/
      Ich wünsche dir eine coole Zeit in Berlin!

      Fühl dich ganzherzig umarmt!
      Maria

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